Kein täglich Tagesgeld bei der 1822direkt

2008-04-29 by Thomas Lotterer

Hatte wegen der einst höchsten Zinssätze einen Haufen Geld auf dem CashSpecial Tagesgeldkonto der 1822direkt Gesellschaft der Frankfurter Sparkasse mbH liegen. Eigentlich dachte ich, der Name “Tagesgeldkonto” steht für tägliche Verfügbarkeit.

Die Werbung verspricht ein Auskommen ohne feste Laufzeiten oder Kündigungsfristen und den jederzeitigen Zugriff auf das Ersparte. Doch bei dem Versuch der Rücküberweisung auf mein Referenzkonto musste ich einige Hürden überwinden, die sich über mehrere Tage hinzogen. Da bekommt der Werbeslogen “Langfristig das Beste für Ihr Geld” eine ganz neue Bedeutung.

Am Abend des 14. April 2008 die Überweisung per Fax beauftragt, den ganzen folgenden Tag und den darauf folgenden Tag keine Reaktion. Dann Abends die tägliche Erreichbarkeit von 7-22 Uhr ausprobiert. Wie nicht anders zu erwarten, waren die Banker schon daheim. Mit Erreichbarkeit ist natürlich die Hotline gemeint. Man darf nicht erwarten, das dies gleichbedeutend mit “Erreichbarkeit einer kompetenten Person” ist oder das Erreichbarkeit etwas mit Tätigkeit zu tun hat. Also habe ich mir erklären lassen, das mein Vorhaben am besten online durchzuführen ist. Sogleich per Webinterface das Fax anuliert und gleich das Konto gekündigt mit der Bitte, das Guthaben auf das Referenzkonto zu überweisen. Wieder keine Reaktion. Am 21. April 2008 dann die Onlineüberweisung ausprobiert und dabei festgestellt, dass man nur einen bestimmten Betrag auf einmal überweisen kann. Vermutlich ein Schutz vor mir selbst, denn ich kann ja nur von meinem CashSpecial auf mein Girokonto hin- und her überweisen. Vor lauter Verzweiflung habe ich dann neun einzelne Überweisungen getätigt. Ist folglich weder Selbstschutz noch irgendein Schutz, sondern nur Schikane.

Mit High-Tech hatte ich letztlich nach sieben Tagen mein eigenes Geld. Es handelt es sich beim CashSpecial eher um ein Wochengeldkonto. Hätte man im Jahre 1822 das Geld mit der Postkutsche von Frankfurt nach Karlsfeld versandt, dürfte man ungefähr mit der selben Vorgangsdauer rechnen. Wie dem auch sei, am 28. April 2008 habe ich dann das Konto nochmals per Brief gekündigt. Mal sehen, wie lange das dauert.

Update 2008-05-05: Konto ist aufgelöst und Restguthaben überwiesen. Wieder ‘ne gute Woche vergangen …

6 Responses to “Kein täglich Tagesgeld bei der 1822direkt”

  1. Josef Says:

    Ich hatte dasselbe gedachte wie Sie. Ich habe mein Tagesgeldkonto bei Cortal Consors und hatte Sorgen, dass das mit der täglichen Verfügbarkeit nicht funktionieren würde. Als ich dann aber dringend Geld brauchte, hab ich das online angewiesen und es war am nächsten Tag auf meinem Girokonto.
    Zur telefonisch Beratung kann ich allerdings nichts sagen, die habe ich noch nie in Anspruch genommen.

  2. Merkel Says:

    Immer diese Beschwerden. Ich meine, es ist doch klar, dass es nicht immer so einfach ist…Direktbanken haben nicht viel Personal…

  3. Thomas Lotterer Says:

    Wenig Personal, das auch wenig Arbeit verrichten muss. Nichts für den Onlineteil, der voll automatisiert ist, aber mutwillig und ohne jeden Sinn limitiert wurde. Und wenig für Hin- und Rücküberweisungen. Wollte ja keine Beratung haben, nur innerhalb eines Tages mein Geld vom Tagesgeldkonto. Bei der 1822direkt war das aber ein falsch benanntes Wochengeldkonto.

  4. Sina Says:

    Hmm was soll man dazu sagen. Wolltest du das Geld auf das Girokonto deiner Hausbank haben? Wenn ja, dann müsste man das erörtern. Es geht ja darum, dass Tagesgeld banktäglich verfügbar ist. Wenn man bei einer Bank allerdings nur ein Tagesgeldkonto hat und ein Girokonto, dann kann es natürlich “real” ein wenig dauern, ein Tagesgeldkonto ist nicht für den Zahlungsverkehrs freigegeben.

  5. Tagesgeld.de Says:

    Tagesgeldkonto als Ehepaar eröffnen…

    Jeder, der über 18 Jahre alt ist, kann bei so gut wieder jeder beliebigen Bank ein Tagesgeldkonto eröffnen. Als Einzelperson ist dies nahezu überall möglich, es sei denn, das kontoführende Geldinstitut begrenzt das Tagesgeldangebot auf seinen bereits v…

  6. Adrian Says:

    Viele Banken weisen sich in solchen Angelegenheit alles andere als flexibel auf und da dauert es doch meist etwas länger, bis die Vorgänge erledigt sind. Das ist zwar ärgerlich, aber damit muss man letztendlich auch rechnen.

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