Windows Vista sichern
Heute habe ich mir bei Aldi einen Medion Akoya MD8833 PC gekauft, der Zuhause das Microsoft Windows Vista Zeitalter einläutet. Bevor dem neuen Gerät wertvolle Daten anvertraut werden, muss meine bewährte Daten- und Systemssicherungsstrategie an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Erfahrungsgemäß bietet jede neue Generation von Hard- und Software neue Möglichkeiten, stellt dem Anwender aber auch neue Hürden in den Weg. So auch hier.
Der Rechner kommt mit einer 500GB Festplatte daher, deren nutzbare 465GB auf zwei Partitionen aufgeteilt sind. Laufwerk C: ist ein 445GB großes NTFS Filesystem und darauf ist Windows samt einem Haufen zusätzlicher Anwendung installiert, was dieses Dateisystem von Anfang an mit ca. 40GB befüllt. Laufwerk D: ist ein ca. 20GB großes FAT32 Filesystem und enthält die Recoverydaten zur Wiederherstellung des Auslieferungszustands. Medion macht sich nicht die Mühe, Recoverymedien beizulegen. Dazu wäre auch eine ganze Box von ca. 8 DVDs notwendig. Mir gefällt die Konstellation mit Recoverydaten auf der Festplatte gar nicht, denn diese Daten können allzu leicht beschädigt oder gelöscht werden und im Falle eines Plattendefekts sind genau die Daten weg, mit denen man die leere Austauschplatte nach der Reparatur befüllen müsste.
Meine über Jahre gelebte Backupstrategie fordert eine Trennung von System und Daten, die auf unterschiedliche Weise und mit verschiedener Häufigkeit gesichert werden. Die Sicherung erfolgt verschlüsselt auf externe Datenträgern und deren gibt es mindestens zwei.
Für die externe Sicherung und den Offsite Betrieb habe ich daher mit dem PC gleich zwei Wechselfestplatten in je gleicher Kapazität wie das interne Laufwerk gekauft. Der PC bietet genau für diesen Einsatzzweck passend einen sogenannten “Datenhafen” an. Schade, dass die aktuellen Platten nur mit USB2 ausgestattet waren, obwohl der Datenhafen auch eSATA anbietet. Das und die für heutige Verhältnisse langsame Netzwerkkarte mit nur 100MBit/sec sind aber meine einzigen Kritikpunkte an diesem Rechner.
Die Verschlüsselung der externen Datenträger hat sich in den letzten Jahren TrueCrypt bestens bewährt und es funktioniert auch unter Vista.
Für die Datensicherung bietet Vista das Tool Robocopy, welches dank /MIR Option und zuletzt eingebautem /DCOPY:T Schalter als Bordmittel für lokale Sicherungen ein adäquater Ersatz für meine früher eingesetzten Lösungen rsync / cygwin und xxcopy ist.
Für die Systemsicherung bieten sich unter Windows Imagingverfahren an. Leider musste ich feststellen, dass die Auswahl hier ihre Tücken hat. Die getesteten Implementierungen laufen allesamt unter Windows, d.h. die Datensicherung findet bei laufendem Windows statt. Früher musste man extra in einen Backupmodus booten. Die neue Methode scheint verlockend komfortabel zu sein, die Qualität der Sicherungen kann jedoch prinzipbedingt nicht überzeugen. Gesichert wird das Dateisystem eines laufenden Windows. Es wird zwar während der Sicherung in einem konsistenten Zustand eingefroren, aber es ist nun mal ein laufendes Windows und nicht ein sauber herunter gefahrenes. Nach einer erfolgreichen Wiederherstellung hat man einen Zustand ähnlich wie nach dem gewaltsamen Ausschalten des PCs. Windows startet erst einmal mit einer Überprüfung des Dateisystems.
Test: Acronis True Image 11.0 build 8064 -> unbrauchbar
Wiederherstellung fehlgeschlagen, findet die AHCI Platte nicht
Test: Paragon Drive Backup 8.51 Pro -> ok aber langsam
Wiederherstellung erfolgreich, Geschwindigkeit ca. 8MByte/sec
Test: Symantec Norton Ghost 14 -> ok und schnell
Wiederherstellung erfolgreich, Geschwindigkeit ca. 100MByte/sec
Details der Tests folgen. Norten Ghost 14 macht das Rennen.